Der größte Wunsch der Kinder ist ein Leben in Sicherheit

Drei Tage besuchte Angelina Jolie die vom Krieg zerrüttete Provinz West Darfur. Am Ende stand für sie fest, das Wichtigste für die Menschen ist mehr Sicherheit und ein freier Zugang der Binnenvertriebene zu ihren Heimatdörfern.
Die UNHCR-Sonderbotschafterin begann mit dem Besuch von Flüchtlingslagern in West Sudan, um aus erster Hand die Situation von zehntausenden Binnenvertriebenen zu erfahren. Bei einer anschließenden Pressekonferenz gab sie unter anderem Berichte von Angriffen und Vergewaltigungen wieder. Dazu gehörte auch die vielfache Vergewaltigung eines zwölf Jahre alten Mädchens und ihrer Mutter. "Diese Ereignisse sind aktuell und absolut erschreckend. Außerdem zeigen sie, wie instabil die Situation noch immer ist", beklagte sie.
"Ich habe viele Kinder getroffen. Sie trugen löchrige Lumpen und hatten keinerlei Zugang zu Schulen oder medizinischer Versorgung", fügte sie hinzu. "Auf die Frage, was ihnen am meisten fehlte, antworten sie, Sicherheit. Es steht allerdings fest, dass es hier keinen Ort gibt, der wirklich sicher ist."
Jolie merkte an, der Schwerpunkt der Arbeit von UNHCR sei es, die Herkunftsdörfer zu beobachten, auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen und die Möglichkeiten zur Rückkehr auszuloten. "Offensichtlich sähe die Regierung gerne eine frühe Rückkehr der Flüchtlinge. Die Menschen vor Ort und meine eigenen Beobachtungen gaben mir jedoch das Gefühl, dass dies eindeutig noch nicht der Zeitpunkt ist, darüber nachzudenken. Wenn es an der Zeit ist, sollen die Binnenvertriebene in Sicherheit und mit Würde zurückkehren", sagte Jolie.
Vor Ort wurde die Sonderbotschafterin Zeuge der engen Zusammenarbeit zwischen UNHCR, anderen UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs).
"Ich habe viel Zeit mit der Organisation INTERSOS verbracht. Sie machen eine fantastische Arbeit", sagte sie. "Ich traf einen Mitarbeiter der Afrikanischen Union (AU). Er half mir, die einzigartige Zusammenarbeit in der AU zu verstehen. Dabei geht es um Hilfe von Afrika für Afrika und das ist eine tolle Sache."
Angelina Jolie betonte allerdings, noch viel mehr müsse getan werden, um die Arbeit der UNO und der Nichtregierungsorganisationen zu unterstützen. "Die Hauptherausforderung liegt darin, den Zugang zur Bevölkerung sicherzustellen, die Infrastruktur wieder aufzubauen und die Sicherheit zu garantieren. UNHCR muss Zugang zu den Herkunftsregionen der Flüchtlinge haben, um ordentliche Arbeit leisten zu können", sagte Jolie. "Die Situation in West-Darfur im Allgemeinen und die Sicherheit und Versorgung der Binnenflüchtlinge im Besonderen kann nur dann verbessert werden, wenn Organisationen wie der UNHCR ausreichende finanzielle Unterstützung erhalten."
In den drei Provinzen der Region Darfur gibt es schätzungsweise 1,6 Millionen Binnenvertriebene. Weitere 200.000 sind in den benachbarten Tschad geflohen, wo die Meisten in elf UNHCR-Flüchtlingslagern untergekommen sind. Einige dieser Lager konnte Jolie bei ihrem Besuch im Juni diesen Jahres bereits besichtigen.
Das UNHCR-Budget für den Tschad und die Region Darfur beträgt insgesamt 90 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres. Allerdings überprüft UNHCR derzeit seinen finanziellen Bedarf, da seine Rolle in West-Darfur sich umfassender darstellt als ursprünglich angenommen.
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Sonderbotschafterin Angelina Jolie veröffentlicht Reisetagebücher zum Kosovo und Sri Lanka
Genf, 7. Oktober (UNHCR) - Angelina Jolie, Sonderbotschafterin der UN-Flüchtlingsorganisation, hat heute ihre Erfahrungen mit vertriebenen Menschen im Kosovo und in Sri Lanka veröffentlicht.
Die Tagebücher beschreiben die Hoffnung und Verzweiflung von Flüchtlingen, Rückkehrern und vertriebenen Menschen, denen Angelina Jolie während ihrer Reisen in diese Ländern begegnet ist.
Im Kosovo besuchte die Sonderbotschafterin vom 27. bis 30. Dezember letzten Jahres Rückkehrerlager und traf ein Team von weiblichen Minenräumexperten in der Hauptstadt Pristina. Sie bereiste auch verschiedene Enklaven in der instabilen Region Mitrovica, wo sie kroatische Flüchtlinge, Angehörige von Minderheiten und ethnisch gemischte Gemeinschaften traf.
"Es ist ein trauriger Ort", schreibt sie. "Kaum zu glauben, dass hier einmal wieder normale Verhältnisse herrschen. Es gibt keine richtige Freude, aber die Fähigkeit zu überleben, weiterzumachen und den Wiederaufbau zu versuchen. Zu versuchen, aus alten Feinden wieder Nachbarn zu machen."
Trotz der Freudlosigkeit begegnet Angelina Jolie Hoffnung, wo sie diese nicht erwartet. Sie beschreibt die Szene, als ein UNHCR-Mitarbeiter eines Tages Blumen mitbringt: "Es entwickelt sich eine lange Diskussion, weil die meisten Menschen in dem Raum seit sehr langer Zeit keine Blumen mehr gesehen haben. ′Wo haben Sie die her? Sind sie eingeflogen worden?′ ′Nein, es gibt ein kleines Gewächshaus hinter einem Gebäude und dort werden sie gezogen.′ ... Die Unterhaltung geht weiter und mir wird klar, dass ich nie richtig Notiz von ein paar Blumen genommen habe. Was es heißt, dass Dinge wachsen. Wie können Blumen in einem eiskalten zerbombten Land blühen? Und wie wichtig dies sein kann?"
In Sri Lanka, das sie vom 14. bis 15. April diesen Jahres besuchte, hatte sie ähnliche Erlebnisse.
Das Leben ist hart für Sri Lanker nach 20 Jahren Bürgerkrieg. Sie berichtet von ihrem Besuch im Haus einer Rückkehrerfamilie im Norden: "Die Frau sagt einfach: ′Wir finden dieses Leben sehr hart. Manchmal glauben wir, wirverhungern - vielleicht verbrennen wir uns selbst. Aber die Kinder sagen uns, nein, wir müssen stark bleiben. Es wird besser, aber ich weiß nicht wann′.
Doch der Überlebenswille ist stark. "In einem anderen Haus zeigt der Großvater auf einen großen Schutthaufen: ?Das ist das Haus meines Bruders. Er hat es noch nicht gesehen′. Er sagt scherzend, ′eine Menge zu tun′. Man kann nichts weiter tun als weinen und wieder von vorne anfangen", schreibt Angelina Jolie.
Die Sonderbotschafterin hält alle ihre Reisen schriftlich fest. Viele dieser Berichte erscheinen demnächst als Buch mit dem Titel "Notes from My Travels" (Simon and Schuster).
Die Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie ist seit August 2001 UNHCR-Sonderbotschafterin. Um auf das Schicksal von Flüchtlingen aufmerksam zu machen und um Unterstützung zu werben, hat sie in den letzten zweieinhalb Jahren mit UNHCR Afrika, Asien, Lateinamerika, den Balkan und Nordkaukasus bereist. Zudem hat Frau Jolie UNHCR-Programme großzügig finanziell unterstützt.
Angelina Jolie bittet um Hilfe für Sri Lanka
COLOMBO, Sri Lanka, 17. April (UNHCR) - Die UNHCR-Sonderbotschafterin Angelina Jolie hat nach einer einwöchigen Rundreise in Sri Lanka die internationale Gemeinschaft aufgerufen, den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes finanziell zu unterstützen.
In der vergangenen Woche hatte sie sich vor Ort über die Nachkriegsbedingungen im nördlichen Sri Lanka informieren. Sie besuchte Flüchtlinge, die gerade zurückgekehrt waren, Binnenvertriebene und andere Opfer des 20-jährigen Bürgerkrieges.
Auf einer Pressekonferenz in Colombo am Mittwoch sagte Neill Wright, UNHCR-Vertreter in Sri Lanka: "Die Sonderbotschafterin hat gesehen, warum es so wichtig ist, in den kommenden 18 bis 24 Monaten in Soforthilfe und Wiederaufbau zu investieren. Es ist eine entscheidende Zeit für Sri Lanka."
Frau Jolie fügte hinzu: "Die Soforthilfe ist lebensnotwendig. Gleichzeitig müssen aber der Respekt für die Menschenrechte gestärkt und der Schutz für alle gefährdete Menschen verbessert werden. Hier möchte ich meine Hilfe anbieten, auch in finanzieller Hinsicht, um die Menschenrechtskommission (Human Rights Commission - HRC) in Sri Lanka zu stärken."
Am Montag, dem 14. April, reiste Frau Jolie in den Bezirk Kilinochchi im Norden Sri Lankas und sprach mit Rückkehrerfamilien. Sie besuchte auch ein Waisenhaus für Mädchen und eine Schule für blinde und taube Kinder im Bezirk Mullaitivu.
Die Sonderbotschafterin verbrachte den darauf folgenden Tag in der Stadt Jaffna mit soeben zurückgekehrten Flüchtlingen im muslimischen Viertel. Sie besuchte auch das Jaffna Social Action Centre, das von UNHCR unterstützt wird und eine Vorschule mit Spielmöglichkeiten sowie Weiterbildung für allein stehende Mütter bietet.
An Jaffnas nördlicher Küste traf sie Rückkehrer und Vertriebene in der Nähe von Point Pedro. Sie besuchte das Krankenhaus Valvedditturai und versprach, die Kinderabteilung finanziell zu unterstützen. Das Krankenhaus hat 88 Betten, aber nur einen Arzt, den 62 Jahre alten Dr. Mylerumperilman, der auch eine Ambulanz unterhält, in der er im Durchschnitt täglich 85 Patienten behandelt.
Mehr als 1,5 Millionen Sri Lanker wurden während des fast zwei Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieges vertrieben. Aber seit der Unterzeichnung einer Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Regierung und den Kämpfern der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) im Februar sind etwa 271.000 Menschen in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt.
UNHCR schätzt, dass mindestens weitere 100.000 Menschen dieses Jahr zurückkehren könnten. Die Organisation hat um die zusätzliche Bereitstellung von acht Millionen US-Dollar gebeten: Diese Summe wird benötigt, um Hilfsgüter für 60.000 Familien zu kaufen, Projekte zur Ausbesserung der Infrastruktur, den Wiederaufbau der Wasserversorgung und Gesundheitsdienste sowie einkommensfördende Aktivitäten zu finanzieren.
Frau Jolie ist seit mehr als zwei Jahren Sonderbotschafterin von UNHCR und hat verschiedene andere UNHCR-Einsätze in Afrika, Asien, Lateinamerika und auf dem Balkan besucht.
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