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Glamour für die gute Sache

Was schaut dabei raus, wenn sich Promis für die Armen der Welt einsetzen?

Sie lassen sich in der flim mernden Hitze eines staubi gen Flüchtlingslagers inmitten einer Schar Kinder ablichten. Oder dabei, wie sie ein entkräftetes Kind in einem Dritte-Welt-Krankenhaus in den Arm nehmen und zum Lachen bringen.

Und plötzlich rücken humanitäre Projekte und Hilfsorganisationen in verarmten Ländern Afrikas oder in ehemaligen Bürgerkriegsgebieten Asiens ins Rampenlicht - der Bekanntheitsgrad der Stars aus Film- und Popindustrie macht es möglich. Dann färbt ein bisschen Glitzer der glamourösen Welt der Stars auch auf ein vergessenes Elend im entlegensten Land ab, und die Welt nimmt zumindest für kurze Zeit Notiz.

Denn eines steht fest: Taucht Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie irgendwo auf diesem Planeten auf, dann ist ihr ein Tross an Reportern auf den Fersen. Ihr Privatleben mag für die Klatschmagazine vielleicht interessanter sein, doch auch wenn sie in Tschetschenien ein Flüchtlingslager besucht, ist ihr internationale Aufmerksamkeit garantiert. Ihre Popularität verschafft ihr Gespräche mit Top-Politikern von Washington bis Sierra Leone. Die tätowierte 30-Jährige hat es da ungleich leichter als promovierte UN-Diplomaten trotz ihrer langjährigen Erfahrung.

Vor fünf Jahren machten die Vereinten Nationen Jolie zur "Botschafterin des guten Willens". Seither rührt sie für das UN-Flüchtlingswerk UNHCR erfolgreich die Werbetrommel. Sie besuchte Flüchtlingslager in Westafrika, setze sich mit Überlebenden des Bürgerkriegs in Sierra Leone an einen Tisch und sprach mit Überlebenden des Erdbebens in Pakistan - und die ganze Welt sieht dabei zu.

Dass sie nicht nur (aber auch) hinter Publicity und herzerweichenden Fotos her ist, musste sie den Vereinten Nationen unter Beweis stellen. Jolie überstand die Feuertaufe, eine dreiwöchige Tour durch Afrika inklusive holpriger Jeep-Fahrt und unbequemen Nächten auf Sofas. Hilfsorganisationen, die mit ihr zu tun hatten, ziehen ihre lauteren Absichten nicht in Zweifel - ganz im Gegenteil. "Sie bezahlt jeden Penny für ihre Reisen selbst und arbeitet freiwillig für uns", sagt Shannon Boyd, der für das "Goodwill"-Programm zuständig ist.

Jolie selbst begründet ihr Engagement so: "Nur Schauspielerin zu sein hilft mir nicht, gut zu schlafen. Wenn ich mich für andere einsetze, dann hat mein Leben Sinn." Zwei ihrer drei Kinder hat sie aus Waisenhäusern in Kambodscha und Äthiopien adoptiert.

Mit rosa Sonnenbrille und enger Lederhose, so sah man U2-Sänger Bono, wie er konzentriert afrikanischen Farmern zuhört. Er weiß, wovon er spricht. Seit den 80er Jahren setzt er sich für die Entschuldung Afrikas ein - und hat wie kein anderer die Politiker in die Pflicht genommen, zu ihren Versprechungen zu stehen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos machte der 45-Jährige guten Eindruck und schien fachlich besser informiert zu sein als viele der anwesenden Politiker. Mittlerweile vertreibt der irische Rockstar seine eigene "ethische" Modekollektion, die in Afrika zu fairen Preisen produziert wird.

Auch wenn Stars durch ihre wohltätigen Einsätze vielleicht für die Zeit nach der Hollywood-Karriere vorsorgen wollen. Über die Motive lässt sich streiten, doch über eines nicht: Sie katapultieren Randthemen ins Hauptabendprogramm.

Quelle: http://www.diepresse.com/

 

UNHCR stellt Online-Spiel über Flüchtlinge vor


Berlin, 6. März 2006 (UNHCR) - Wie ist es, ein Flüchtling zu sein? Dieser Frage können Jugendliche ab 13 Jahren in einem neuen interaktiven Spiel des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) nachgehen. Unter www.LastExitFlucht.org dreht sich alles darum, was es bedeutet, seine Heimat verlassen und in einem fremden Land ganz von vorn anfangen zu müssen.

Zusätzlich bietet Last Exit Flucht Hintergrundinformationen zum Thema Flüchtlinge und Menschenrechte sowie einen Lehrerleitfaden mit zahlreichen Vorschlägen für den Einsatz im Unterricht.

UNHCR will mit dem Spiel Jugendliche für die Bedürfnisse von Flüchtlingen sensibilisieren. Die Kombination von spielerischer Erfahrung und detaillierter Information soll ein Bewusstsein für die Schutzbedürftigkeit von Flüchtlingen und die Notwendigkeit von Lösungen für deren Probleme schaffen.

Das Spiel besteht aus drei Teilen: In "Krieg oder Konflikt" muss sich der Spieler einem Polizeiverhör stellen. Regimekritische Antworten werden von den Ordnungskräften mit Gewalt geahndet. Der Spieler hat nur eine einzige Möglichkeit, der Haft zu entgehen: die Flucht. In rund einer Minute muss er entscheiden, was er für die ungewisse Zukunft in einem ganz neuen Land braucht. Auch auf dem Weg zur Staatsgrenze stehen schwierige Entscheidungen an: Welches Transportmittel ist das sicherste? Soll ich mich einem Schlepper anvertrauen?

Ist die Grenze endlich überschritten, sind damit noch längst nicht alle Hürden überwunden: Man muss zuerst den Dolmetscher finden, um sich überhaupt verständlich machen zu können. Auch der erste Schultag in einer neuen Klasse ist nicht leicht, wenn Kultur und Sprache völlig fremd sind.

Der wichtigste Teil dieser Spiel-Ebene: Das Quiz ?Flüchtling oder Einwanderer??. Für sieben verschiedene Personen muss der Spieler jetzt diese Frage beantworten. Die wesentliche Unterscheidung zwischen Flüchtlingen, die keine Wahl haben und nur unter großer Gefahr in ihre Heimat zurückkehren könnten, und Einwanderern, die ohne Risiko ihre Verwandten daheim besuchen können, fällt in der öffentlichen Debatte häufig unter den Tisch.

Am Beginn des dritten Teils hat der Spieler einen wichtigen Schritt geschafft: Sein Asylantrag wurde genehmigt, er ist damit ein anerkannter Flüchtling. Doch jetzt muss er sein Leben neu organisieren. Die konkreten Aufgaben: einen Sommerjob finden, ein Handy kaufen, die neuen Nachbarn kennen lernen. Bei alldem ist man ständig mit Vorurteilen konfrontiert: ?Der nimmt uns die Arbeit weg!?, ?Der stiehlt sicher, sobald man ihm den Rücken zudreht?. Sätze, die leider nicht nur in der virtuellen Welt fallen.

Als Ergänzung informiert das "Fakten-Web" über Flüchtlingsfragen und Menschenrechte. Jedem Kapitel des Spiels steht ein eigener Infoteil gegenüber. In Texten und Videosequenzen kommen Flüchtlinge selbst zu Wort und es wird ein Einblick in die Situation in verschiedenen Ländern gegeben. Unter anderem können sich die Spieler über eine Reise von UNHCR-Sonderbotschafterin Angelina Jolie zu sudanesischen Flüchtlingen im Tschad informieren.

Der Lehrerleitfaden zu Last Exit Flucht enthält Vorschläge für Rollenspiele und Gruppendiskussionen zu den jeweiligen Spielabschnitten. Zusätzlich liefert er weitere Hintergrundinformationen und viele Anregungen für die Jugendlichen zum selbstständigen Weiterforschen der Jugendlichen.

 

 

UNHCR-Botschafterin spendet für Flüchtlinge aus Westsahara


GENF, 13. September (UNHCR) - Die Schauspielerin und UNHCR-Sonderbotschafterin Angelina Jolie hat heute 100.000 US-Dollar für dringend benötigte Nahrungsmittel und Hilfsgüter gespendet. Sie sollen an Flüchtlinge aus Westsahara verteilt werden, die seit fast 30 Jahren in Flüchtlingslagern in der Wüste ausharren und nicht in ihre Heimat zurückkehren können.

Rund 155.000 Westsahara-Flüchtlinge sind fast vollständig auf humanitäre Hilfe angewiesen, um überleben zu können. Die Flüchtlinge, deren Nahrungsrationen drastisch reduziert wurden, leben in abgelegenen Lagern in Algerien, etwa 2000 Kilometer südlich der Mittelmeerküste.

Jolie war die erste Spenderin, die auf einen gemeinsamen Aufruf von UNHCR und dem Welternährungsprogramm (WFP) reagierte, der Ende August veröffentlicht worden war, um Nahrung und Hilfe für diese beinahe vergessenen und zunehmend verzweifelten Flüchtlinge finanzieren zu können.

"Ich war tief bewegt, als ich von der schrecklichen Situation der Flüchtlinge erfahren habe. Ich hoffe, dass ich andere Menschen ermutigen kann, sich mit der Krise der Westsahara-Flüchtlinge zu beschäftigen und ihnen zu helfen", sagte Jolie in London.

Der Mangel an Nahrungsmitteln und an Hilfsgeldern kann schwere Konsequenzen für Gesundheit und Wohlergehen der Westsahara-Flüchtlinge nach sich ziehen. Das gilt besonders für die Schwächsten unter ihnen: Kinder unter fünf Jahren, schwangere Frauen und stillende Mütter.

"Die Westsahara-Flüchtlinge haben mit großen Problemen zu kämpfen", sagt Radhouane Nouicer von UNHCR, der die Hilfsprogramme in Nordafrika und im Nahen Osten leitet. "35 Prozent der Kinder sind chronisch mangelernährt und 13 Prozent leiden unter akuter Unterernährung."

Wenn bis Oktober keine weiteren Gelder eintreffen, können die Flüchtlinge nur elf Prozent ihres täglichen Nahrungsbedarfs erhalten. Jeder Flüchtling würde dann nur 231 Kilokalorien am Tag bekommen. Die UN-Standardration, die u.a. Mehl, Bohnen und Pflanzenöl enthält, hat dagegen 2.100 Kalorien pro Tag.

Das Welternährungsprogramm benötigt 8.336 Tonnen Nahrungsmittel  - 80 Prozent davon Getreide - im Gegenwert von 3,7 Millionen US-Dollar, um die Flüchtlinge bis Januar 2003 versorgen zu können.

UNHCR hat ebenfalls große Probleme, sein Hilfsprogramm für Westsahara-Flüchtlinge zu finanzieren. Bisher sind von 4,6 Millionen US-Dollar, die in der Region benötigt werden, erst 1,5 Millionen Dollar eingegangen.

Die Flüchtlinge flohen 1975 aus Westsahara, nachdem Marokko die an Bodenschätzen reiche Wüstenregion annektierte. Ein 15 Jahre dauernder Krieg zwischen marokkanischen Truppen und Rebellen der "Frente Polisario" folgte. Die Vereinten Nationen konnten 1991 einen Waffenstillstand erreichen, aber über die politische Zukunft des Landes konnte bisher keine Einigung erzielt werden.

 


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